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Wie viel Stoff für eine Hose? Breite und Teile prüfen

Lange Hosenteile können nebeneinander passen oder zusätzliche Reihen benötigen. Die Stoffbreite ist deshalb wichtig, aber Konfektionsgröße und Hosenlänge allein ergeben noch keinen Zuschnittplan.

Zähle alle Vorder- und Hinterhosenteile mit Zugaben, dazu Bund, Belege und Gürtelschlaufen. Gerechnet für FreeSewings Chino Charlie (18 Teile, eine Lage): 2,32 m bei 110 cm, 2,09 m bei 140 cm, 1,60 m bei 150 cm und 1,54 m bei 160 cm. Längs gefaltet sind es auf 150 cm 2,31 m, weil Vorder- und Hinterhose dort nicht mehr nebeneinander passen.

Ein gerechnetes Beispiel: Chino auf vier Stoffbreiten

Damit der Nebeneinander-Test Zahlen bekommt, habe ich den Oberstoff eines echten Schnitts gerechnet: die Chino Charlie von FreeSewing, entworfen und programmiert von Joost De Cock, quelloffen unter MIT-Lizenz. Exportiert mit FreeSewing 4.10.2, den Beispielmaßen "cisMaleAdult42" und 10 mm Nahtzugabe, gelegt mit PatternNest, das ich entwickle. 1 cm Rand an den Webkanten, 1 cm Abstand zwischen den Teilen.

Zum Oberstoff gehören 18 Teile: zwei Vorderhosen (115 cm lang, an der breitesten Stelle 34 cm), zwei Hinterhosen (117 cm lang, 51 cm über den Schritt), ein gerader Bund, 107 cm lang und 11 cm breit, im Fadenlauf, vier Eingriffsbelege, zwei Gesäßtaschenbelege, vier Paspeln, der Schlitzbeleg, der Schlitzuntertritt (im Bruch) und ein Streifen für die Gürtelschlaufen. FreeSewing plant rund 1,5 m Oberstoff und 30 cm Futter für die Taschenbeutel ein, ohne eine Stoffbreite zu nennen.

StoffbreiteNur die BeineAlle 18 TeileAlle 18 Teile, mit StrichAlle 18, gefaltet
110 cm2,32 m2,32 m2,33 m2,53 m
140 cm1,54 m2,09 m2,23 m2,32 m
150 cm1,27 m1,60 m2,15 m2,31 m
160 cm1,20 m1,54 m1,58 m2,18 m

In einer Lage, wenn nicht anders angegeben. Fadenlauf: Teile dürfen um 180 Grad gedreht liegen. Mit Strich: alle Teile zeigen in dieselbe Richtung, für Cord, Samt oder Motive mit Richtung. Gefaltet: Webkante auf Webkante, so wie der Faltplan legt.

Was die Beine allein brauchen

Auf 150 cm Breite passen die vier Beinteile offen nebeneinander: 1,27 m, kaum mehr als eine Beinlänge. Auf 160 cm sind es 1,20 m. Auf 140 cm passen sie nicht mehr in eine Reihe und brauchen 1,54 m, auf 110 cm liegen nur zwei nebeneinander, dann sind es 2,32 m.

Längs gefaltet, Webkante auf Webkante, brauchen dieselben 18 Teile auf 150 cm 2,31 m. Gefaltet sind 75 cm Platz, Vorder- und Hinterhose nebeneinander brauchen an der Hüfte aber 85 cm. Die Paare liegen deshalb hintereinander. Bei dieser Chino spart eine Lage 71 cm. Wählst du in PatternNest „Längs gefaltet“, rechnet es die eine Lage mit und nimmt sie mit Hinweis, wenn sie weniger Stoff braucht. Teile im Bruch werden dann ganz zugeschnitten, und mit „Lieber gefaltet zuschneiden“ holst du den gefalteten Plan zurück.

Was Bund und Kleinteile kosten

Auf 150 cm brauchen alle 18 Teile 1,60 m, 33 cm mehr als die Beine allein. Das meiste davon ist der Bund. Er ist 107 cm lang, liegt im Fadenlauf und braucht eine gerade, 12 cm breite Gasse. Im Plan liegt er zwischen den beiden Hinterhosen, wo die Innennähte Platz lassen. Belege, Paspeln und der Schlaufenstreifen füllen die Lücken neben den Beinen. Auf 160 cm sind es 34 cm mehr, auf 140 cm 55 cm.

Bei Stoff mit Strich darf kein Teil gedreht liegen. Auf 150 cm braucht der Plan dann 2,15 m, 55 cm mehr. Auf 160 cm kostet der Strich 4 cm (1,58 m). Mehr dazu im Ratgeber Stoff mit Strich.

Drei Zuschneidepläne für die Chino Charlie auf 150 cm Stoff: nur die vier Beinteile in einer Lage 1,27 m, alle 18 Teile in einer Lage 1,60 m, alle 18 Teile gefaltet 2,31 m.
Chino Charlie auf 150 cm Stoff, die Länge läuft von links nach rechts. Oben die vier Beinteile allein, in der Mitte alle 18 Teile mit dem Bund zwischen den Hinterhosen, unten dieselben Teile auf gefaltetem Stoff, wo die Beinpaare nicht nebeneinander passen.

Herunterladen und nachrechnen

Die .pnest-Dateien enthalten Teile und Einstellungen. Öffne sie in PatternNest mit „.pnest öffnen“ und klicke auf „Plan berechnen“. Die SVG-Dateien sind die Zuschneidepläne im Maßstab 1:1, so wie PatternNest sie exportiert. Die Pläne mit 18 Teilen liegen über der kostenlosen Grenze von zehn Teilen; das Projekt nur mit den Beinen hat vier Teile und läuft kostenlos.

So sind die Zahlen geprüft

Jeder Plan hat PatternNests Prüfung an den echten Konturen bestanden: keine Überlappung, mindestens 1 cm Abstand, alles auf dem Stoff. Außerdem habe ich die Pläne gegeneinander gehalten: Mit Strich ist nie kürzer als mit Drehen, breiterer Stoff nie länger als schmalerer, die Beine allein nie länger als alle Teile und eine Lage nie länger als gefaltet. Für die Zahlen oben gilt das alles. Es sind berechnete Pläne für eine Größe. Niemand hat sie zugeschnitten oder genäht, rechne deshalb deine eigene Reserve für Einlaufen und Zuschnitt dazu.

Was der Nebeneinander-Test zeigt

Bei gefaltetem Stoff können ein Vorder- und ein Hinterhosenteil jeweils ein gegengleiches Paar ergeben. Ob sie nebeneinander passen, hängt von den vollständigen Konturen innerhalb der gefalteten nutzbaren Breite ab. Nur die Beinbreite am Saum zu messen reicht nicht; Hüfte, Schritt und Taschenansätze können weiter herausragen.

Passen die Teile in dieser Anordnung nicht nebeneinander, prüfe eine versetzte oder einlagige Anordnung. Daraus folgt nicht automatisch eine exakt doppelte Stofflänge.

Keine allgemeine Grenze bei Größe 44

Größen verschiedener Schnitte haben unterschiedliche Maße, Zugaben und Silhouetten. Eine Tabelle mit zwei Größenbändern belegt nicht, dass genau beim Wechsel von 42 auf 44 der Bedarf springt. Prüfe die Teile deiner Größe. Dasselbe gilt für lange und kurze Größen sowie eigene Anpassungen.

Weite Beine und Dehnrichtung

Culottes und weite Hosen verändern die Kontur, nicht nur die Saumlänge. Bei Leggings oder Jogginghosen ist außerdem die vom Schnitt verlangte Dehnrichtung wichtig. Zusätzliche Breite im Laden darf nicht dadurch nutzbar gemacht werden, dass ein Teil entgegen dieser Vorgabe gedreht wird.

Rechne Bündchenware, Taschenfutter und Hauptstoff getrennt. Ein Rest aus einem anderen Material ist nur dann ein Ersatz, wenn Schnitt und Verarbeitung dazu passen.

Für die digitale Anordnung vorbereiten

Zähle zwei Vorder- und zwei Hinterhosenteile als vier Stoffteile. Je ein Spiegelpaar bildet die linken und rechten Gegenstücke; eine zusätzliche Mengenangabe vervielfacht das Paar. Kontrolliere die Gesamtzahl, bevor du rechnest.

Vergleiche anschließend die ausgegebene Anordnung mit deinem Schnitt. Kleine Bestandteile, die im Import fehlen, verschwinden nicht aus der Einkaufsliste.

Den Plan mit PatternNest prüfen

Importiere geschlossene Schnittkonturen aus SVG, DXF oder einem unterstützten Vektor-PDF und kontrolliere ihre Maße. Wähle einzelne PDF-Seiten; gekachelte Seiten werden nicht automatisch zusammengesetzt. Markiere für gefalteten Stoff die Stoffbruchkante. In einer Lage klappt PatternNest das Teil selbst zur ganzen Kontur auf. Nahtzugaben werden weder ergänzt noch entfernt; Exportierte Außenkonturen ersetzen keine internen Markierungen wie Knipse und Fadenlaufpfeile.

Richte die Teile vor dem Import nach deinem Schnitt aus. Gib nutzbare Breite, Abstand, Anzahl und Spiegelpaare an. „Fadenlauf“ erlaubt die vorbereitete Ausrichtung und 180 Grad, „Einbahn“ nur die vorbereitete Ausrichtung. Die Software prüft weder die Dehnbarkeit noch die tatsächliche Stoffrichtung.

Die berechnete Länge gehört zum gefundenen Plan. Prüfe alle Platzierungen, Maße und Zugaben vor dem Zuschnitt. Ein unvollständiger Suchlauf beweist nicht, dass keine andere Anordnung passt. Für Musterrapport, Einlaufen und Fehlerstellen bleibt eine Prüfung am Stoff nötig.

Bis zu 10 Stoffteile einschließlich aller Kopien und Spiegelteile sind Berechnung und PDF-/SVG-/DXF-Export kostenlos. Ein Spiegelpaar zählt als zwei Teile. Für mehr als 10 Stoffteile benötigen Berechnung und Export eine Lizenz.

Mit eigenen Teilen prüfen

Nach dem ersten Laden und Zwischenspeichern arbeitet die App offline im Browser. Deine Schnittdateien werden lokal verarbeitet.

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